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Interview mit Corinna Antelmann zum Buch »Saskias Gespenster«

Saskia_200Margarete Rosen stellt auf ihrer Website unser Buch Saskias Gespenster vor und hat die Autorin Corinna Antelmann interviewt. Unter anderen wollte sie wissen, wie schwierig es war, einen Verlag für dieses Buch zu finden. Bei der Antwort Corinna Antelmanns habe auch ich noch etwas gelernt:

Das Manuskript war fertig, als ich mit der Verlagssuche begann, und ja, es war schwer. Ebenso wie bei dem Versuch, die Serie unterzubringen, hatten auch einige Verlage den Vorbehalt, dass es zu wenig unterhaltsam, zu SCHWER und damit nicht jugendtauglich sei. Mit Monika Fuchs habe ich dann eine Verlegerin gefunden, die keine Angst hat, sich vermeintlich schwierigen Themen anzunehmen, im Gegenteil.

Meine Sicht? Ich wollte dieses Buch sofort haben in meinem Verlagsprogramm. Nicht nur, weil ich das Thema wichtig finde, sondern weil es auch brillant geschrieben ist. Ich mag Bücher für Kinder und Jugendliche, die den Leserinnen und Lesern etwas abfordern, nicht nur inhaltlich, sondern auch sprachlich. Es fördert ihren Wortschatz und Stil, wenn Kinder anspruchsvollere Texte lesen. Dabei ist „Saskias Gespenster“ keineswegs langweilig, sondern hat Spannung, Witz und Tiefgang.

Außerdem finde ich es wichtig, Kindern die elementaren Ereignisse des Lebens nicht vorzuenthalten. Auch unsere eigenen Kinder haben wir, als sie noch ganz klein waren, z.B. zu Beerdigungen mitgenommen. Sie haben vielleicht nicht alles verstanden, aber sie spürten die Atmosphäre. Und je älter sie wurden, desto mehr beschäftigten sie sich damit. Sehr eindrücklich ist mir immer noch die Szene vor Augen, als meine damals 5-Jährige in heftiges Schluchzen ausbrach und „Opa, mein Opa!“ ausrief, als sie seinen Sarg im Grab sah. Sie trauerte ganz ursprünglich und ließ ihren Gefühlen freien Lauf. Und berührte damit die Herzen der Erwachsenen. Auch wenn die Situation schwer war für sie, konnte sie doch Abschied nehmen. Der Opa war nicht einfach „nicht mehr da“, sondern sie wusste, wo man ihn beerdigt hatte.

Wie Corinna Antelmann im Interview sagt, wird von vielen immer noch versucht, den Tod von Heranwachsenden fernzuhalten und ihn zu tabuisieren. Aber kann man das wirklich? Angesichts der Nachrichtenbilder, die auch Kinder täglich im Fernsehen mitbekommen? Ist es nicht hilfreicher, über Tod und Sterben nachzudenken, solange man noch nicht direkt davon betroffen ist?

All diese Gedanken spielten mit, als ich Corinna Antelmann die Zusage gab, ihr Buch zu verlegen. Und ich bin ihr dankbar, dass sie sich nicht beirren ließ und an ihrer „Gegenzusage“ festhielt, auch als es manchmal wegen chronischen Zeitmangels nicht so recht vorwärtsging.

(Und natürlich hoffe ich, dass Saskias Gespenster noch in viele Bücherregale einziehen dürfen! ;-))

Die Buchvorstellung und das Interview erschienen übrigens im Rahmen einer kleinen Reihe zum Thema „Leben, Sterben und Tod“, in der Margarete Rosen verschiedene Bücher zum Thema vorstellt. Auch das Buch Lautlose Stufen von Inge Becher ist dort mit Buchvorstellung und Autorinnen-Interview zu finden.

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1 Antwort
  1. rosen912
    rosen912 says:

    Oh, es freut mich sehr mehr über die Verbindung Verlegerin zu Autorin zu erfahren. Auch wie wichtig es Frau Fuchs ist Kindern den Umgang mit dem Tod lebensnah zu vermitteln.

    Ich hatte bei beiden Büchern, so verschieden sie auch sind, eine Menge Spaß und Freude mit den Autorinnen zu kommunizieren und beide Beiträge zu schreiben.

    Deshalb geht mein Dank auch an Frau Fuchs, dass sie mir beide Bücher zur Rezension angeboten hat.

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