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Tadzios Brüder. Der »schöne Knabe« in der Literatur

::: Guido Fuchs :::

Tadzio, der polnische Junge aus Thomas Manns Novelle »Der Tod in Venedig«, hat in der Literatur viele Brüder: In zahlreichen Romanen, Erzählungen, Gedichten, Reisebeschreibungen und Tagebüchern begegnet der »schöne Knabe«, dessen Wahrnehmung nicht nur zum Stehenbleiben, An- und Nachschauen reizt, sondern bis zur Betroffenheit, ja zum Erschrecken führen kann und darüber sinnieren lässt, was Schönheit ist und aus welchen Quellen sie gespeist wird.
Wahre Anmut erwächst aus dem Unbewussten, wie es Heinrich von Kleist in seinem berühmten Essay »Über das Marionettentheater« beschrieben hat, und sie spiegelt einen paradiesischen Zustand wider, ein Idealbild, »wie sich der Herrgott vielleicht den Menschen geträumt hat.« (Max Frisch, »Die Schwierigen«)

Eine literarische Spurensuche mit Texten von Hans Carossa, Marie von Ebner-Eschenbach, Theodor Fontane, Johann Wolfgang von Goethe, Hermann Hesse, Ricarda Huch, Agnes Miegel, Sten Nadolny, Ernst Penzoldt, Rainer Maria Rilke, Anna Seghers, Theodor Storm, Robert Walser, Jakob Wassermann und vielen anderen.

Details


260 Seiten | 17 x 24 cm | Hardcover, 14 s/w-Bilder, mit Fadenheftung und Lesebändchen |

Verlag Monika Fuchs | Hildesheim 2015

ISBN 978-3-940078-42-1

26,95 EUR

(inkl. 7,00% MwSt. und zzgl. Versandkosten)
Lieferzeit: auf Lager (1–3 Tage)

Herausgeber

Prof. Dr. Guido Fuchs, geb. 1953 in Göppingen, apl. Professor an der Universität Würzburg, Autor zahlreicher Bücher zu liturgischen und kulinaristischen Themen.
Auf das Phänomen des „schönen Knaben“ stieß er bei der Lektüre von Heinrich von Kleists Essay „Über das Marionetten­thea­ter“. Diesem Thema nach­zu­spüren, auch gegen den Zeitgeist, reizte ihn. Die Ergebnisse seines Sammelns stellt er in dieser Anthologie vor.

Guido Fuchs ist verheiratet, hat drei Kinder und lebt in Hildesheim und Würzburg.

> Guido Fuchs auf der Wall of Fame

Medien-Echo

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4 Antworten

  1. Ein wertvolles Buch zum 60. Todestag von Thomas Mann. Möge der Autor und Verlag viele Leser/Innen finden.

  2. akos banlaky sagt:

    Erstaunlich ist es, daß es, neben der ungeheuerlichen Menge von Kunstwerken, die die Frauenschönheit besingen, beschreiben und darstellen, auch Autoren und -innen gab, die, von sexueller Orientierung unabhängig, sensibel genug waren, in der Knabenschönheit die Schönheit par excellence, das „interesselose Wohlgefallen“ zu erblicken: etwas flüchtiges, unbestimmtes und unbestimmbares, melancholisches (denn zum Vergehen verurteiltes: „ …das Geborene entfernt sich…“, Jakob Wassermann): denn im Gegensatz zu der Frauenschwärmereien der meist männlichen Künstler, wo die biologische Grundierung eher schlecht als recht verschleiert, ästhetisch überhöht wird, bleibt der Schönheit junger Männer fremdartig, un-(be)-greiflich, unbesitzbar; und während die Schönheit der Mädchen ist ein verheißungsvoller, heiterer, zukunftsträchtiger Vorbote ihrer reifen Frauenschönheit, bei Betrachtung schöner Buben entsteht entweder das beklemmende Gefühl, daß aus denen bald ein normales, halt etwas grobschlächtiges Mannsbild wird – oder aber sind diese Knaben insgeheim mit dem Tode vermählt, haben etwas kränkliches, schwächliches („….Dieser Knabe hatte den Tod gesucht….“ , Julius Weil). Die abgedroschene Blumenmetapher (Knospe-Blüte-Frucht) stimmt bei Frauen, ihre Schönheit kann in eine glückliche, fruchtbare Ehe münden (oder eben auf erhaben-tragische Weise nicht); jene von der Knaben nie. Sie hat keinen biologisch-gesellschaftlichen Sinn, bleibt für sich seiend, rätselhaft, fremd, ein Gegenstand weniger der Begierde denn jener der Sehnsucht.
    Dementsprechend will dieses mit liebevoller Sorgfalt zusammengestelltes Buch auch nicht „fesseln“, uns „ergreifen“, eben im Gegenteil: es möchte uns freilassen, einen Raum öffnen zum Kennenlernen und (wieder-)Entdecken (jedenfalls für mich bis dato unbekannte Autoren zb., wie Frank Thiess, Manfred Hausmann und andere); ein Lesebuch eben: zu blättern, verweilen und staunen.

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